Haus Li, 2012
Zubau Umbau
Wien

Ulrike Lambert

 

Der ursprünglich dicht bewaldete Wolfersberg wurde infolge der Brennstoffnot nach dem ersten Weltkrieg abgeholzt und als erkämpftes Bauland 1920 von einer „Gesellschaft für Innenkolonisation“ besiedelt. Die Idee der Gartenstadt, die aufgelockerte, auto-gerechte Stadt, das erschwingliche Siedlungshaus des Arbeiters, diese Konzepte der Zwischenkriegszeit wurden in der Nachkriegszeit massenhaft umgesetzt. Die kleinteiligen Grundrisse, die statische Konstruktion, in der nahezu alle Wände tragend ausgeführt wurden, sind nicht auf Veränderung angelegt.

 

Eine Aufstockung des 60er Jahre Hauses, die den Bedürfnissen der Familie nach mehr Platz, Sonne und Aussicht entsprach, war daher naheliegend. Um das Staffelgeschoß vom Bestandsobjekt optisch abzusetzen, wurde ein transparenter Kubus in Form einer Stahl- Glaskonstruktion gewählt. Straßen-, südseitig wird eine schmale Dachterrasse vorgesehen, da der nord-ostseitige Garten wenige Sonnenstunden zulässt. 

Ein Bauen im Bestandes, ist eine definieren Realität, der sich der Planer in keiner Weise entziehen kann. Erst innerhalb dieser Gegebenheiten mit allen Gegensätzen und Widerständen erfährt der Zubau seine tatsächliche Bedeutung.