2007 Haus M im Architekturzentrum Wien

Haus M.

Beitrag von Az W

Das Dampfkraftwerk Donaustadt im Blickwinkel, die Aulandschaft und das Naufahrtwasser zu Füßen – wer sich in diesem Streifen der Lobau ansiedelt, fühlt sich von Gegensätzen angezogen, lebt gern im Zwischenraum von Stadt und Land, von industrieller Herbheit und idyllischer Abgeschiedenheit. Das 3.000 m2 umfassende Grundstück war relativ günstig zu erwerben, es ermöglichte die Anlage eines weitläufigen Gartens und sicherte den unverbauten Blick ins Grüne.

Das ebenerdige, d.h. teilunterkellerte Atriumhaus (Konstruktion: Stahlbeton, Stahlsäulen, Cortenstahlfassade) mit gläsernem Dachpavillon wirkt nach außen, vor allem zur umliegenden kleinteiligen Bebauung verschlossen, doch zum Garten und zum dahinterliegenden Wasserarm öffnet es sich mit großflächiger Verglasung und einer der gesamten Front vorgelagerten Veranda, die sich mit faltbaren Holzläden individuell öffnen oder abschließen lässt. Die Grenze zwischen Innen- und Außenraum ist damit zur wohnlichen Raumschicht geweitet, die viele Nuancen der Öffnung oder Abgrenzung ermöglicht. Lichtbringendes Herzstück des Hauses ist ein mit zwei Kiesinseln gestaltetes Atrium, das die Witterung und den Wechsel der Jahreszeiten auch „vom Sofa aus“ intensiv erlebbar macht. Die Fassade aus rostendem Stahlblech verleiht dem Gebäude eine anmutige Herbheit – in dieser Gegend der Stadt eine durchaus angemessene Geste. (Text: Gabriele Kaiser)

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