Haus L, 2017
Umbau Sanierung
Altenhof am Kamp

Ulrike Lambert

 

An der großen Schlinge des Kamp liegt das kleine Straßendorf Altenhof, umgeben von Auwald und Feldern am Kamp und oberhalb der Kamptalbundesstraße terrassierten Gärten, Weingärten, Laubbäumen und Nadelwälder aufsteigend zum Manhartsberg. Um die Jahrhundertwende, nach der Inbetriebnahme der Kamptalbahn entwickelte sich Altenhof zu einer kleinen Sommerfrische mit der Villa Pension Altenhof am Kamp. 1913 entstand das dazugehörende Gärtnerhaus am Hang des Goldberges. Hier verläuft auch die Glimmerschieferzone, ein Stein- Material, das hier schon im 9.Jhd. für Mühlsteine abgebaut und später für Sockel, Hauswände und Stützmauern verwendet wurde.

 

Der steile in Terrassen angelegte, komplett verwilderte Garten, die angrenzende ursprüngliche Landschaft des Kamptales und die Tatsache, dass sich das Gärtnerhaus, als einziges altes Haus im Dorfverband, nicht direkt an der Bundesstraße befindet, reizte die Bauherrn, das 105 Jahre alte Häuschen als Wochenend- und Ferienhaus umzugestalten. Dabei wurde das Vorgefundene weitestgehend erhalten, jedoch konnte das verschachtelte Inneren die heutigen Ansprüche an Fläche und Ausstattung nicht mehr erfüllen. Von außen ist die Veränderung nur an der großen Glastür zur Terrasse (einem später errichteten Kellerzubau) und dem neuen Stahlseil- Geländer, das sich neutral dem Altbestand fügt, erkennbar. Im Inneren jedoch wurden Wände entfernt um die 50m2 Nutzfläche im Erdgeschoß Großzügigkeit zu verleihen. Der offene Raum nimmt Wohn- und Essbereich mit Feuerstelle auf. Der Zutritt ins Haus wurde direkt in diesen Raum verlegt, das neue Bad und WC wurden mit einem Oberlicht versehen um auch den kleineren Räumen mehr Raumwirkung zukommen zu lassen. Die bestehenden Füllungstüren und Rahmen wurden übergangen, gestrichen und wiederverwendet.

Durch die Drehung der Treppe, wurde das Dachgeschoß nicht mehr von außen, sondern vom Wohnraum aus zugänglich gemacht. Im Obergeschoß, das konstruktiv und thermisch erneuert werden musste, befinden sich 2 Schlafzimmer. Die alten Dachziegel wurden nach Abbau und Reinigung wiederverwendet. Die Fassade in einem blassen Rotbraunton, mit dem Kellergeschoß aus Naturstein, verstärkt den Charakter und die ruhige Ausstrahlung des Jahrhundertwendehauses.